Der Flachhuf

  • übermäßig weiter und spitzer Huf
  • Seitenwände in spitzem Winkel zum Boden
  • Sohle und Tragerand in einer Ebene
  • Strahl überragt Sohle
  • Schwaches Sohlenhorn
  • Ursachen
    • Überbeanspruchung der Hufbeinaufhängung durch harten Boden
    • falsche Hufzubereitung
    • Beschlag mit schmalen, engen Eisen, hohen Griffen und Stollen (zu geringe Unterstützung von Sohle und Eckstreben)
    • Bei Fohlen: ungenügendes Verkleinern des Tragerandes bei weiten Hufen, Beschneiden der Sohle
    • Folgen: lose Wand
    • eingerollte Trachten
    • starke Beanspruchung der Lederhautblättchen
    • Zerrungen am Hufbein
    • Hufbein wird porös
    • Entstehung eines Vollhufes

  

Der Vollhuf

  • Sohle vorgewölbt
  • massiger Strahl
  • kronrand-parallele Ringe
  • dünnes, druckempfindliches Sohlenhorn
  • Pferd kann nicht unbeschlagen stehen
  • Brauchbarkeit ist eingeschränkt
  • Folgen:
    • hutkrempenartige Deformierung des Hufbeins
    • Hornsohlenschenkel werden nach unten durchgedrückt
  • Behandlung:
    • diese Hufformveränderungen sind unheilbar
    • Verwendung auf weichem Boden anstreben
  • Beschlag:
    • geschlossene Eisen mit durchgekröpftem Steg und Stollen
    • breite, nach innen abfallende Tragefläche (Abdachung) bis weiteste Stelle, Seitenaufzüge
    • innere Eisenkante darf Sohle nicht quetschen
    • Trageranderhöhung mit Lederring oder Platte mit Werg- bzw. Silikonpolster

  

Der Trachtenzwanghuf

  • Definition Zwanghuf: Verengung der Hornkapsel an bestimmten Stellen
  • Unterscheidung zwischen: Trachtenzwang des engen Hufes und des weiten Hufes
  • Einengung der hinteren Hufhälfte ein- oder beidseitig
  • bei einseitigem Trachtenzwang: meist innere Trachte betroffen, Verschiebung des kranken Ballens nach oben, evtl. sogar über den Gesunden
  • tiefe Ballengrube, spitze Ballenränder
  • evtl. Ringbildung in deutlich eingezogenen Trachtenwänden
  • Eckstreben sind verbogen
  • beim engen Huf: Strahlschwund
  • beim weiten Huf: Strahl und -polster kräftig
  • klammer Gang bzw. Lahmheit
  • Zangenprobe meist negativ, Abklopfen positiv
  • Ursachen:
    • lange Zehe, untergeschobene Trachten
    • Gliedmaßenfehlstellungen mit einseitiger Belastung
    • zu langes Beschlagsintervall (spitze Hufform bildet sich)
    • starkes Beschneiden der Trachten, Eckstreben und des Strahles
    • Hufeisenschenkel zu eng, zu weit oder zu kurz
    • nach innen abfallende Tragefläche an Schenkelenden
    • bei engen Hufen: Strahlschwund durch Strahlfäule, Arbeit auf hartem Boden
    • bei weiten Hufen: Arbeit auf weichem Boden, Belastung der Trachten durch spitze Hufform und schwere Pferderassen (schräge Wände, viel Gewicht - Trachten rollen sich ein)
  • Folgen:
    • Schmerzen
    • Hornspalten
    • Steingallen
  • Behandlung:
    • nur erfolgreich, wenn krankhafte Veränderungen noch nicht zu lange bestehen und Strahlpolster noch nicht ganz geschwunden ist
    • Behandlung richtet sich nach Ursache (enger oder weiter Huf)
    • Huf passend machen zum Fesselstand
    • Abtragen der umgebogenen Trachtenwände
    • Schonen der Eckstreben
    • breite Schenkelenden
    • geschlossene Eisen
    • beim weiten Huf auch noch nach hinten verlängert
    • beim engen Huf: Behandlung der Strahlfäule, Huflederkitteinlage
    • bei Fohlen Dreiviertelhufeisen (Unterstützung der Zwangseite)

trachtenzwang1k trachtenzwang2k
Trachtenzwanghuf vor (li.) und nach der Bearbeitung (re.)

 

Der Kronenzwanghuf

  • Verengung der Hornkapsel unterhalb der Krone
  • Erkrankung des weiten Hufes
  • vorwiegend an den Trachtenwänden
  • in hochgradigen Fällen: sanduhrförmige Einschnürung
  • Ursache:
    • Wechsel von weichem auf harten Boden
    • Sohle trägt nicht mehr mit, Wand richtet sich steiler auf
    • Senkung von Huf- und Strahlbein, Einziehung der Hufknorpel
  • Folgen:
    • klammer Gang oder Lahmheit möglich
    • lose Wand
  • Behandlung:
    • keine schnelle Heilung möglich; Umformung ist abgeschlossen, wenn die Verengung herunter gewachsen ist und Hornwände wieder gestreckt verlaufen
    • Hufzubereitung nach Fesselstand
    • breite, geschlossene Eisen
    • Hufmechanismus einschränken mit 3 Kappen und Einlage
    • Ledersohle zur Stoßdämpfung
    • Hufe feucht halten mit Anguss- oder Sauerkrautverbänden, Haltung in Lehmbox

  

Der Sohlenzwanghuf

  • erhebliche Aufwölbung des Sohlenkörpers nach oben mit Verkürzung des Längsdurchmessers des Hufes
  • Zehenwand ist krallenartig, konvex verbogen
  • Trachten sind untergeschoben
  • Kronenrand ist an weitester Stelle nach oben verschoben
  • dünne Sohle
  • Ursache:
    • Beschlagsfehler: zu lange Beschlagsperioden
    • ungenügendes Kürzen der Zehe
    • breiter, eingelassener Zehenaufzug
    • kahnförmig gerichtetes Eisen
  • Folgen:
    • Lahmheit auf weichem Boden
    • evtl. Ringbildung
    • evtl. lose Wand an weitester Stelle
    • evtl. schmerzhafte Steingallen vor der Strahlspitze
  • Behandlung:
    • Zehenwand maximal kürzen
    • Beschlag mit 2 Aufzügen und Ledersohle mit Einlage oder Sohlenzwanghufeisen, H-Eisen mit gewölbter Tragefläche
    • Prognose gut

  

Der Tragerandzwanghuf

  • Durchmesser des Tragerandes ist kleiner als am Kronenrand
  • tritt hauptsächlich bei jungen Pferden auf
  • Ursache:
    • mangelnde Bewegungsmöglichkeit während der Aufzucht, Umformung des Fohlenhufes unterbleibt
  • Behandlung:
    • regelmäßige Hufkorrektur
    • ausgiebige Bewegung auf weichem Boden

  

Der krumme Huf (von vorne betrachtet)

  • konkav und konvex verbogene Seitenwände
  • Ursache:
    • entsteht aus o-, x-beiniger, bodenenger, -weiter, zehenenger, -weiter Stellung durch mangelnde Pflege (z.B. bei Fohlen)
  • Behandlung:
    • aufgestauchte, konvexe Seite kürzen
    • Beschlag mit geschlossenem Eisen, Schwebe an belasteter, konvexer Wand
    • Unterstützung durch Breitschenkel und evtl. bodenweiter Ränderung
    • bodenenge Ränderung an konkaver Wand
    • Dreivierteleisen (auf konkaver Seite zur Hufkorrektur, auf konvexer Seite zur Stellungskorrektur)
    • konvexe Seite mit Kunsthorn rekonstruieren
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