Wie viele kennen dieses Problem? Die Hufwand bricht immer mehr weg, das Hufeisen klappert ständig oder es ist schon nicht mehr möglich, das Eisen zu befestigen. Es kann auch sein, dass der Tragerand so weit weg gebrochen ist, dass die Sohle zum Tragen kommt und das Pferd lahmt.
Mögliche Gründe wie es zu solch einem Huf kommen kann, sind:
- Ein Grund für das Ausbrechen der Hufe ist das Abspritzen der Hufe mit Leitungswasser. Das Leitungswasser ist nicht mehr dasselbe wie vor vielen Jahren. Es ist, wie man so schön sagt, hart geworden. Das heißt, der Anteil an Kalk und anderen Stoffen ist sehr hoch. Dieses Wasser macht den Huf spröde und rissig. Außerdem setzt sich bei beschlagenen Hufen das Wasser durch die alten Nagellöcher im Huf fest und fördert dort einen Fäulnisprozess im Bereich der weißen Linie. Durch den Fäulnisprozess entsteht ein Hohlraum unter der Hornwand. Wird jetzt diese Hornwand belastet, so bricht sie weg.
- Die regelmäßigen Hufbeschlagstermine werden nicht eingehalten. Wenn ein Pferd schon Eisen benötigt, dann sollte man die Beschlagsperioden von 6-8 Wochen einhalten. Überschreitet man diese Beschlagsperiode, so führt dies dazu, dass die Hornwände zu lang werden und die Hufe über das Eisen hinauswachsen. So wird der Druck auf die Hornwand größer und das Horn bricht weg.
- Reiten auf hartem Boden. Die Gefahr, dass das Huf ausbricht, ist auf hartem, steinigen Boden größer. Deshalb sollte man den Huf zuerst auf hartem sandigen Boden trainieren, bevor man "barfuß" auf der Straße reitet.
- Ausgebrochene Hufe können durch schlecht gemistete Ställe und falsche Einstreu entstehen. Dabei dringt das im Huf klemmende, jauchedurchtränkte Stroh unter das Eisen und kann so ebenfalls die weiße Linie angreifen.
Die Matratze aus Stroh sieht zwar oberflächlich trocken aus, beim Auftreten auf das mit Jauche getränkte Stroh oder Holzspänen wird diese jedoch aus den Hohlräumen herausgedrückt und der Huf steht somit in einem Sumpf aus Urin und Kot. Die Wärme des Stalls bewirkt, dass sich in diesem Sumpf aus Urin und Kot durch chemische Prozesse Ammoniak bildet. In Verbindung mit Feuchtigkeit entsteht daraus dann eine starke Lauge, genannt Salmiakgeist. Da das Hufhorn aus Eiweißverbindungen besteht, wird es von dieser starken Lauge angegriffen und zersetzt. Das einmal geschädigte Hufhorn kann nun von Bakterien um so leichter angegriffen werden.
Da Weichhorn empfindlicher als Harthorn ist, sind die ersten Anzeichen einer Zersetzung Strahlfäule und Fäulnis im Bereich der weißen Linie. Im fortgeschrittenen Stadium werden auch Hornwand und -sohle angegriffen. Bei Sägespänen und Torfmull wird diese Wirkung noch verstärkt, da sie stark hydroskopisch, d.h. wasserentziehend wirken. Sie entziehen dem schon angegriffenen Huf zusätzlich Feuchtigkeit und schwächen dadurch die Abriebfestigkeit des Hufes. Da es jedoch nicht jedem Pferdebesitzer möglich ist, auf die Stallhaltung Einfluss zu nehmen, so sollte er zumindest durch die richtigen Pflegemittel die Hufhornqualität stärken und schützen. - Instabile Hornqualität kann durch Reiten auf hartkörnigen Sandböden entstehen. Dieser Sand wirkt bei schon geschwächter Hornqualität wie Schmirgelpapier und zerstört die Glasurschicht die den Wasserhaushalt regelt. Die Folge sind ausgetrocknete und spröde Hufe, die zum Ausbrechen neigen.